Sleevewise - Eine Discogs-Alternative, für euch noch vorm Release getestet

Zum ersten Mal hat Vinyl & ... eine App für euch getestet, die noch gar nicht auf dem Markt war. Möglich ist das dank TestFlight, einer Anwendung von Apple, die es Interessierten ermöglicht, eine App vor der Freischaltung im Store auf Herz und Nieren zu testen...

TIPPEMPFEHLUNG

Timo Klingelhöfer

10/25/20265 min read

Wer steckt hinter der App?

Gründer der App Sleevewise ist Imad Djebarni, ein unabhängiger Entwickler aus Frankreich, der seit 2018 aktiv ist. Er sammelt selbst seit vier Jahren Schallplatten und hat eine Leidenschaft für analoges Fotografieren. Diese zwei Hobbys fließen in der App zusammen, die er alleine entwickelt.

Vor Sleevewise hat Imad die App Pellica entworfen, eine App für Analogfotografen, die es für iOS und Android gibt. Diese App hilft einem dabei, den Überblick über seine Filme zu behalten, von 35 mm bis 120 mm und notiert zu jedem Bild Kamera, Objektiv und Belichtung.

”Ich sammle seit vier Jahren Platten und fotografiere analog. In beiden Fällen sucht man lange, findet etwas und will dann den Überblick behalten. Sleevewise ist die App, die ich mir fürs Plattensammeln selbst gewünscht habe.”

- Imad Djebarni

Wie bin ich auf die App aufmerksam geworden?

Da Imad selbst Vinylsammler ist, ist er auf unsere Formate aufmerksam geworden und hat uns angeschrieben. Er gab uns einen TestFlight-Zugang zur App und stellte uns Codes für ein einjähriges Premium-Abo der App zur Verfügung. Auch ihr sollt von dieser Kooperation profitieren. Schreibt mir gerne eine Mail (vinylund@t-online.de) und ich schicke euch pünktlich zum Release einen Code für ein kostenloses, einmonatiges Premium-Abo zu. Nach dem Release findet ihr den Code hier.

Was kann die App?

Mit der App kann man Barcodes von Platten scannen, Cover oder Etiketten fotografieren, Musik anhören (Shazam-Integration) oder im Katalog suchen. Man kann den Zustand von Platte und Cover nach der Goldmine-Skala bewerten.

Es wird der Wert der Schallplatten angezeigt, der direkt aus den Daten des Discogs Marketplaces gezogen wird.

Ein besonderes Highlight der App ist, dass eine Karte mit über 13.000 Plattenläden in 163 Ländern und Gebieten integriert ist, sowie ein Kalender mit über 700 anstehenden Plattenbörsen in 16 Ländern. Man kann sich eine Erinnerung direkt in der App einrichten und Touren durch mehrere Läden planen. Im Hintergrund läuft eine OpenStreetMap, ein bewährter Standard für digitale Karten, der aus dem OpenSource-Bereich bekannt ist. Mit einem Klick kann man sich bequem zum nächsten Plattenladen oder zur nächsten Plattenbörse navigieren lassen. Auf dem iPhone wird hierfür die Karten-App verwendet. Plattenbörsen können in der App abgespeichert werden.

Eine kreative Idee ist das Hörtagebuch. Hier kann man die Nadel seines Plattenspielers hinterlegen und die vom Hersteller angegebene Lebensdauer angeben. Hört man eine Platte, kann man sie als "Aufgelegt" markieren. Die Lebensdauer der Nadel wird daraufhin aktualisiert. Außerdem bekommt man einen schönen Überblick, wie viele Platten man wann gehört hat.

Da man nicht die Möglichkeit hat, nur einen Teil der Platte als "Aufgelegt" zu markieren, lädt einen die App dazu ein, Musik bewusst zu hören und sich die Zeit für ein komplettes Album zu nehmen.

Im Bereich "Wiederentdecken" bekommt man Platten vorgeschlagen, die man länger nicht gehört hat und vielleicht in Vergessenheit geraten sind.

Außerdem empfehlt die App Platten, die zur eigenen Sammlung passen im Bereich "Das könnte dir gefallen".

Weitere Hard Facts?

Die App unterstützt die Sprache Deutsch und fünf weitere Sprachen. Man kann ohne E-Mail und Passwort starten, es gibt keine Werbung und kein Tracking.

Eine Anmeldung z.B. über Apple ist unkompliziert, so wie man es aus anderen Apps kennt. Man sichert damit sein Konto, z.B. beim Wechsel seines Smartphones oder der Verwendung der App auf mehreren Geräten.

100 Platten kann man kostenlos verwalten. Ein Premium-Abo kostet 3,99 € im Monat oder 24,99 € im Jahr. Das Jahresabo kann man 7 Tage kostenlos testen.

Was passiert mit meiner Sammlung in Discogs?

Aktiviert man Premium, kann man seine Discogs-Sammlung jederzeit importieren, indem man einen Sync aktiviert. So sieht man z.B. übersichtlich, welche Platten man zuletzt in Discogs bzw. Sleevewise importiert hat. Leider erfolgt kein automatischer Sync im Hintergrund, der die Sammlungen in beiden Apps synchron hält. Außerdem werden Daten wie Ordner aus Discogs nicht übernommen, man kann aber in Sleevewise eigene Tags und Notizen ergänzen. Wunschlisten kann man in Sleevewise neu anlegen. Die Wunschliste aus Discogs wird nicht berücksichtigt.

Mehr Community?

Auch an die Community hat man in Sleevewise gedacht. Man kann anderen Accounts folgen, deren Plattensammlung durchstöbern, herausfinden, welche Platten man in Übereinstimmung in seiner Sammlung hat.

Außerdem kann man eigene Listen mit der Community teilen, sowie Listen aus der Community anschauen.

Besucht man einen Plattenladen, gibt es die Funktion "Einchecken". Man kann der Community damit mitteilen, dass man gerade in einem bestimmten Laden ist und eine optionale Notiz hinzufügen.

Es gibt sogar Challenges, z.B. wird man dazu aufgerufen, die 5 Platten zu teilen, die die eigene Sammlung am besten definieren.

Über einen übersichtlichen Reiter kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, was in der Community los ist: Wer hat neue Platten, was haben die Leute auf ihren Wunschlisten, in welchen Plattenläden oder auf welchen Plattenbörsen sind sie eingecheckt, wurden neue Bewertungen abgegeben, gibt es neue Listen oder neue Follower.

In seinem persönlichen Profil kann man eine kurze Bio schreiben, z.B. welche Musikgenre man bevorzugt, wo man herkommt oder welche Webseite man hat.

Wem das zu viel Community ist, kann sein Profil auch auf privat stellen.

Fazit

Bei Sleevewise trifft Kreativität auf Praktikabilität und Design. Die App sieht nicht nur schick aus und ist übersichtlich gestaltet, sie enthält auch viele praktische Funktionen, die die Möglichkeiten von Discogs bei weitem übersteigen. Man merkt, dass hier ein leidenschaftlicher Plattensammler programmiert hat.

Die Suche nach Plattenläden und Plattenbörsen in der gleichen App, in der man seine eigene Sammlung verwaltet, ist eine geniale Idee.

Die vielfältigen Möglichkeiten mit der Community in Interaktion zu treten, z.B. über Challenges, Listen oder Einchecken, bündeln die Interaktionen, die man auf zahlreichen sozialen Netzwerken kennt, übersichtlich in einer App.

Beim Testen wurden meine Schallplatten meist korrekt erkannt. Bei Platten, die es in zahlreichen, unterschiedlichen Varianten gibt, war es manchmal schwierig, die richtige Version auf Anhieb zu finden. Hier könnte man bei der Treffersuche noch nachbessern, damit man die verschiedenen Farbvarianten schneller voneinander unterscheiden kann.

Mit dem Link unten könnt auch ihr die Beta vorab testen. Der Entwickler Imad freut sich besonders über Tester, die die App auf Android ausprobieren möchten.

Man ist stets darum bemüht, die App weiterzuentwickeln. Mit einem Abo nach Release unterstützt ihr einen sympathischen, engagierten und freien Entwickler aus Frankreich, der seine Leidenschaft für Schallplatten in dieses spannende App-Projekt gepackt hat...

Links: Am Betatest von Sleevewise teilnehmen | Webseite | Instagram | TikTok