Warum eine Plattenwasch-Maschine? Knosti Disco-Antistat Ultrasonic 2.0

Staub, Fingerabdrücke und Ablagerungen können den Klang einer Schallplatte deutlich beeinträchtigen. Eine gründliche Nassreinigung reduziert nicht nur störendes Knistern und Oberflächenrauschen, sondern schont gleichzeitig Vinyl und Abtastnadel. Doch braucht man dafür wirklich eine Plattenwaschmaschine? Für diesen Test hat mir Knosti die Disco-Antistat Ultrasonic 2.0 zur Verfügung gestellt. Einfluss auf den Inhalt oder das Ergebnis des Reviews hatte der Hersteller nicht. Ich habe mir angesehen, wie die Ultraschall-Plattenwaschmaschine arbeitet, wie komfortabel sie sich bedienen lässt und welche Vor- und Nachteile sie im Alltag hat...

HI-FI & TECHNIK

8/9/20266 min read

Warum sollte man Schallplatten waschen?

Selbst sorgfältig behandelte Schallplatten sammeln mit der Zeit Staub und andere Rückstände in ihren Rillen. Bei gebrauchten Platten kommen häufig Fingerabdrücke, Fett, Nikotin, Schimmel oder hartnäckige Ablagerungen hinzu. Auch fabrikneue Schallplatten können noch Rückstände aus dem Presswerk aufweisen.

Eine gründliche Nassreinigung kann:

  • Staub und Schmutz aus den Rillen entfernen,

  • Pressrückstände neuer Schallplatten beseitigen,

  • Knistern, Knacken und Oberflächenrauschen reduzieren,

  • die Detailwiedergabe verbessern,

  • statische Aufladung verringern,

  • Fingerabdrücke und fettige Rückstände lösen,

  • die Abtastnadel schonen,

  • die Lebensdauer von Vinyl und Tonabnehmer verlängern

  • und den Wert einer hochwertigen Plattensammlung erhalten.

Besonders sinnvoll ist eine Plattenwaschmaschine bei Second-Hand-Platten und Flohmarktfunden. Statt eine verschmutzte Platte vor jedem Abspielen lediglich trocken abzubürsten, kann man sie einmal gründlich reinigen und anschließend in eine frische, möglichst antistatische Innenhülle stecken.

Eine saubere Schallplatte verursacht oft weniger Nebengeräusche und lässt sich gleichmäßiger abtasten. Eine Plattenwaschmaschine ist deshalb nicht nur ein Luxusprodukt, sondern kann eine langfristige Investition in den Musikgenuss sein.

Lieferumfang der Knosti Disco-Antistat Ultrasonic 2.0

Die Maschine wird kompakt und stabil verpackt geliefert. Zum Lieferumfang gehören:

  • die Disco-Antistat Ultrasonic 2.0,

  • ein Netzteil,

  • ein Liter Disco-Antistat BiDest,

  • 200 Milliliter Disco-Antistat Ultraclean Reinigungskonzentrat,

  • eine Mischflasche,

  • eine Etikettenabdeckung,

  • ein Single-Adapter,

  • zwei austauschbare Reinigungsbürsten,

  • ein Trockenständer,

  • ein Schwammpinsel zur Reinigung der Wanne,

  • ein Knosti-Mikrofasertuch

  • sowie ausführliche Anleitungen in verschiedenen Sprachen.

Damit ist grundsätzlich alles vorhanden, um direkt mit der Reinigung zu beginnen.

Technische Daten

Die Knosti Disco-Antistat Ultrasonic 2.0 ist ein Ultraschallwaschgerät mit einer Reinigungsfrequenz von 46 Kilohertz. Die Maschine misst 360 × 180 × 235 Millimeter und wiegt etwa 1,5 Kilogramm. Das Tankvolumen beträgt ungefähr einen Liter.

Neben klassischen LPs lassen sich auch Singles reinigen. Falls bei einer 7-Inch-Single das Mittelstück fehlt, kann der mitgelieferte Adapter eingesetzt werden.

Während der Reinigung rotiert die Schallplatte, von einem Getriebemotor angetrieben, gegen den Uhrzeigersinn durch die Reinigungswanne. Dabei wird sie an einem Ultraschallschwinger vorbeigeführt. Dieser soll anhaftende Schmutzpartikel schonend bis tief in die Rillen lösen. Anschließend streifen die bewährten Reinigungsbürsten aus Ziegenhaar die gelösten Partikel ab.

Ein Absaugarm ist nicht vorhanden. Die Flüssigkeit bleibt nach dem Waschvorgang daher zunächst auf der Platte und muss im mitgelieferten Trockenständer verdunsten.

Vorbereitung der Reinigungs-Flüssigkeit

Bevor es losgeht, muss die Waschflüssigkeit vorbereitet werden. Währenddessen sollte das Gerät noch nicht mit dem Stromnetz verbunden sein.

Zunächst wird das Ultraclean-Konzentrat bis zur Unterkante des Etiketts in die Mischflasche gefüllt. Anschließend gibt man das BiDest bis zur Oberkante des Etiketts hinzu und schüttelt die Flasche vorsichtig.

Die fertige Flüssigkeit wird bis knapp unter die Maximalmarkierung in die Reinigungswanne gegossen. Nach Angaben des Herstellers kann die Verwendung anderer Reinigungsmittel Auswirkungen auf die Gewährleistung beziehungsweise Garantie haben.

Bedienung und Waschvorgang

Die Etikettenabdeckung wird mit wenig Kraft durch eine Drehbewegung geschlossen. Danach setzt man die Schallplatte in die Führung ein und dreht sie vorsichtig, bis der Zahnkranz am Magnetanschluss einrastet.

Die Bedienelemente sind angenehm übersichtlich. Nach dem Anschließen des Netzteils hält man die Ein-/Aus-Taste etwa fünf Sekunden gedrückt. Über zwei Pfeiltasten lässt sich die gewünschte Waschdauer einstellen. Der Reinigungsvorgang startet nach wenigen Sekunden automatisch.

Die verbleibende Zeit wird auf dem Display angezeigt. Eine zusätzliche LED-Anzeige informiert über den Fortschritt, wobei jede LED zehn Prozent der eingestellten Reinigungszeit repräsentiert. Nach Ablauf der Zeit stoppt die Maschine automatisch.

Knosti empfiehlt für eine normale Reinigung eine Dauer von ein bis zwei Minuten. Bei stärker verschmutzten Platten kann der Vorgang wiederholt oder auf maximal fünf Minuten verlängert werden.

Ein großer Vorteil ist, dass beide Seiten der Schallplatte gleichzeitig gereinigt werden. Das spart Zeit und man muss das Vinyl während des Waschvorgangs nicht wenden.

Trocknung nach der Reinigung

Nach dem Waschen wird die Platte leicht gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bis sich die Verzahnung löst. Anschließend entfernt man vorsichtig die Etikettenabdeckung und stellt die Schallplatte in den Trockenständer.

Der Hersteller empfiehlt eine Trocknungszeit von etwa 15 Minuten. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

Da die Platte relativ feucht aus der Maschine kommt, kann sich im Trockenständer etwas Wasser sammeln. Auch auf der Arbeitsfläche können Tropfen landen. Beim Entfernen der Etikettenabdeckung und beim Einsetzen in den Ständer sollte man deshalb sorgfältig arbeiten, damit weder das Vinyl beschädigt wird noch Flüssigkeit auf das Label gelangt.

Nach dem vollständigen Trocknen gehört die saubere Platte am besten in eine neue antistatische Innenhülle. Andernfalls können Rückstände aus einer alten, verschmutzten Hülle direkt wieder auf das Vinyl gelangen.

Platzbedarf und Einsatzdauer

Obwohl das Gerät selbst kompakt ist, sollte man für einen komfortablen Waschplatz ungefähr 40 × 40 Zentimeter Stellfläche einplanen. Vor und hinter dem Gerät sind jeweils etwa 30 Zentimeter Bewegungsfreiheit hilfreich.

Nach zwei Stunden Nutzung empfiehlt der Hersteller eine Pause von ungefähr 30 Minuten. Die Maschine ist damit für private Sammlungen konzipiert und nicht für den gewerblichen Dauerbetrieb.

Durch die anschließende Trocknung eignet sie sich besonders gut für einen geplanten „Plattenwaschtag“, an dem mehrere Schallplatten nacheinander gereinigt werden. Für die schnelle Reinigung einer einzelnen LP unmittelbar vor dem Hören ist ein Modell mit Absaugung komfortabler.

Abpumpen und Reinigung des Geräts

Nach der Nutzung muss die Reinigungsflüssigkeit aus der Maschine abgeführt werden. Dafür öffnet man die Serviceklappe, zieht den Schlauch vorsichtig vom Magnetventil und führt ihn in die Öffnung der leeren Mischflasche.

Die Flasche sollte unterhalb der Geräteunterkante stehen, damit sich das System vollständig entleeren kann. Der Schlauch ist dafür aus meiner Sicht etwas kurz. Abhängig vom Arbeitsplatz kann es erforderlich sein, die Maschine erhöht aufzustellen.

Der Abpumpvorgang wird gestartet, indem man die Pumpentaste fünf Sekunden lang gedrückt hält. Das funktioniert allerdings nur im Stoppmodus unmittelbar nach dem Waschvorgang. Wurde das Gerät zwischenzeitlich vom Strom getrennt, kann das unnötig umständlich werden.

Nach dem Abpumpen sollte die Wanne mit dem beiliegenden Schwammpinsel gereinigt werden. Anschließend wird der Pinsel unter fließendem Wasser ausgewaschen und zum Trocknen abgelegt.

Auch die Ziegenhaarbürsten lassen sich reinigen oder austauschen. Grober Schmutz kann unter warmem Wasser entfernt werden. Danach lassen sich die Bürsten idealerweise in bidestilliertem Wasser aneinander reiben, vorsichtig trocknen und wieder einsetzen.

In regelmäßigen Abständen benötigt außerdem der Filter eine Wartung. Dazu muss er über die Serviceklappe ausgebaut, zerlegt, gereinigt und anschließend wieder eingesetzt werden. Die einzelnen Schritte sind in der Anleitung ausführlich beschrieben.

Reinigungsleistung im Praxistest

Die Kombination aus Ultraschall, Ziegenhaarbürsten und alkoholfreier Reinigungsflüssigkeit liefert insgesamt überzeugende Ergebnisse. Selbst stark verstaubte Platten mit zahlreichen Fingerabdrücken vom Vinylflohmarkt sahen nach der Reinigung beinahe wieder wie neu aus.

Kratzer oder andere mechanische Beschädigungen kann selbstverständlich auch eine Plattenwaschmaschine nicht beseitigen.

Das integrierte Filtersystem reinigt die Flüssigkeit kontinuierlich. Dadurch rotiert die Platte nicht dauerhaft durch den zuvor abgelösten Schmutz. Die Maschine arbeitet ohne lauten Absaugvorgang und ist deshalb vergleichsweise angenehm im Betrieb. Dafür muss man die anschließende Trockenzeit in Kauf nehmen.

Bei meinen Testläufen zeigten sich nach dem Trocknen vereinzelt leichte Flecken. Diese kenne ich in dieser Form von meiner eigenen, allerdings etwa doppelt so teuren Maschine mit Absaugung nicht. Auch Kleberückstände ließen sich bei einer Platte mit einem durchschnittlich langen Waschgang nicht vollständig entfernen. Ein zweiter oder längerer Durchgang hätte hier möglicherweise ein besseres Ergebnis geliefert.

Preis und Verarbeitung

Der reguläre Herstellerpreis lag zum Zeitpunkt des Tests bei 1.249 Euro. Im Handel war die Maschine teilweise bereits für weniger als 900 Euro erhältlich. Damit gehört sie nicht zu den günstigen Plattenwaschmaschinen.

Der Preis erscheint angesichts der Konstruktion jedoch nicht grundsätzlich ungerechtfertigt. Das Gerät besteht aus robusten und langlebig wirkenden Komponenten und vermittelt keineswegs den Eindruck eines billigen Kunststoffprodukts. Die Maschinen werden laut Hersteller in Deutschland von Hand gefertigt, was höhere Produktionskosten mit sich bringt.

Knosti existiert seit rund 50 Jahren. Das schafft Vertrauen, dass Ersatz- und Zubehörteile auch langfristig erhältlich bleiben. Hinzu kommen drei Jahre Herstellergarantie, was in dieser Produktkategorie ein starkes Signal für den Qualitätsanspruch ist.

Fazit: Für wen lohnt sich die Knosti Ultrasonic 2.0?

Die Knosti Disco-Antistat Ultrasonic 2.0 überzeugt mit einer gründlichen und zugleich schonenden Reinigung. Besonders praktisch ist, dass beide Seiten der Schallplatte gleichzeitig gewaschen werden. Die Kombination aus 46-kHz-Ultraschall, Ziegenhaarbürsten, Filtersystem und antistatischer Reinigungsflüssigkeit erzielt bei Staub, Fingerabdrücken und üblichen Ablagerungen sehr gute Ergebnisse.

Zu den Nachteilen zählen die rund 15 Minuten Trocknungszeit und der etwas kurze Ablaufschlauch. Außerdem können nach der Lufttrocknung leichte Flecken zurückbleiben. Sehr hartnäckige Verschmutzungen erfordern gegebenenfalls einen zweiten Waschgang.

Wer nur gelegentlich einzelne Platten unmittelbar vor dem Hören reinigen möchte, findet mit einem Absaugsystem möglicherweise die komfortablere Lösung. Wer dagegen regelmäßig mehrere LPs und Singles an einem festen Waschtag pflegt, erhält mit der Knosti ein robustes Gerät mit überzeugender Reinigungsleistung.

Ob der Aufpreis gegenüber günstigeren Lösungen gerechtfertigt ist, hängt von der Größe und dem Wert der eigenen Plattensammlung ab. Wer langfristig in die Pflege seiner Schallplatten investieren möchte und auf eine Fertigung in Deutschland, gute Ersatzteilversorgung sowie drei Jahre Garantie Wert legt, sollte die Disco-Antistat Ultrasonic 2.0 in die engere Auswahl nehmen.

Hinweis: Das Testgerät wurde von Knosti zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf Inhalt und Bewertung dieses Beitrags.

Weitere Informationen zur Maschine gibt es im Knosti-Onlineshop.

Hier mein ausführliches Review auf YouTube.